Beiträge von ulf

    Smart selbst umschreibt das mit Optimierung

    ... IIRC mit einem Begriff in Richtung "Sofort-Power".

    Das deute ich so, daß die Software die Motorleistung aus dem Stand heraus schneller hochregelt als beim #1Brabus - mit der Nebenwirkung, daß der "Startpunch" die Hardware entsprechend stärker belastet und auch mehr Reifenprofil kostet.


    Zum Volvo EX30: Der wiegt laut Daten 1.945 kg incl. Fahrer, der Brabus "nur" 1.900 kg. Nach der Beschleunigungsformel a = F / m müßte der EX30 bei gleichem Zugkraftverlauf an den Rädern wie beim Brabus eigentlich eine 4,0 bis 100 haben, aber seine Zeit lautet 3,6 sec. Ich schätze, daß man beim EX30 noch etwas stärker an der Software gedreht hat als beim #3.

    Hat denn wer Interesse an Allrad aber ohne Brabus-Deko ?

    Die Superduper-Vollausstattung brauche ich nicht, aber ein möglichst gutes Leistungsgewicht schon.

    Wenn die ~ 1sec Verlust für 0-100 gegenüber dem Brabus nur aus einem sanfteren Start aus dem Stand kommt, aber beide ab sagen wir 50km/h (also beim Überholen!) gleich beschleunigen, würde ich ohne weiteres den Pulse nehmen.

    Fakt ist dass das ausnutzen der Mehrleistung des Brabus auf der Landstraße (soweit sie nicht für ein legales Rennen abgesperrt ist) nichts zu suchen hat.

    Weil genau WAS passiert, wenn man mit 428PS (statt 272?) z.B. überholt?

    Neigt der Brabus dann unvermeidbar zum unkontrollierten Ausbrechen o.ä.? Dann hätte er nie und nimmer die Homologation für den öffentlichen Straßenverkehr bekommen ;)

    Zieht Euch doch nicht so an den 428PS hoch. Denn die Beschleunigung auf trockener Straße deutlich unterhalb der Vmax ist allergrößtenteils abhängig vom Leistungsgewicht, und das sind beim #1im Brabus-Modus 1.900kg / 428PS = 4,44 kg/PS. Mein leicht abgespeckter Polo (1.280 kg / 230PS) hat 5,57 kg/PS, ist also nicht soo viel schlechter, und ich habe fast 10 Jahre damit unfallfrei überstanden (bis auf eine Schwellerdelle wegen eines übersehenen Steins am Straßenrand).

    Die 0 -100 Papierdaten (Polo: 6,4sec, #1 Brabus: 3,9 sec) mögen den Smart wie aus einer anderen Beschleunigungs-Welt erscheinen lassen, aber dem ist nicht so.

    Denn die relativ kurzen 0-100 Zeiten bei E-Autos kommen hauptsächlich von dem Bumms direkt aus dem Stand heraus, wo der Verbrenner noch im Tal der Motor-Leistungskurve und ggf. Turboloch vor sich hindümpelt und in der Reibungshitze des Einkuppelns und ggf. durchdrehenden Reifen zusätzlich Leistung verschenkt: So verliert er etliche Sekunden gegenüber der theoretischen Beschleunigung laut Leistungsgewicht.

    Aber wenn ich mit dem Polo auf der Landstraße im optimalen Gang (= Drehzahl knapp unterhalb der Pmax) einen Überholvorgang starte, ist die Beschleunigung mit "nur" ~ 230PS vermutlich kaum schlechter als im #1 Brabus.

    Da müssten die frühen Besitzer mal mehr an Erfahrungen preisgeben, wieviel der Ecomodus wirklich bringt - ich glaube, das wird überschätzt. Bzw. bedeutet ‚BRABUS-Modus‘ ja nicht, daß man den Verbrauch nicht durch vorausschauendes, gemütliches Fahren genauso reduzieren kann.

    Guter Gedanke. Am ehesten könnte man es anhand einer Momentanverbrauchsanzeige vergleichen, die sogar z.B. mein 10 Jahre alter Verbrenner ab Werk hat.

    Wenn mann z.B. bei konstant 70km/h in der Ebene (idealerweise mit Tempomat) zwischen Eco und Brabus hin und herschaltet, könnte man ganz leicht den Momentanverbrauch vergleichen - WENN der #1 eine Momentanverbrauchsanzeige hätte. Aber im Download des Benutzerhandbuches (S.148) steht nichts von irgendeiner Verbrauchsanzeige, sondern nur die Reststrecke bis "Batterie leer".

    Zusätzlich läßt sich laut eines Videos im Brabus-Modus der Tempomat nicht einschalten, bzw. bei aktivem Tempomat ist der Brabus-Modus gesperrt (siehe auch 12:36 Minuten).

    Meine Vermutung: Wenn der Verbrauchsvergleich zwischen Brabus- und anderen Modi so erschwert wird, dürfte der erreichbare Minimalverbrauch bei einem gegebenen Tempo im Brabus-Modus deutlich höher sein als in Eco.

    Aber warten wir mal die Erfahrungen der frühen Besitzer ab ;)

    Danke tANDi :)


    Übrigens habe ich gestern Unsinn geschrieben: Für die Erhöhung der Geschwindigkeit z.B. von 80 auf 81 km/h (ohne Luftwiederstand) ist NICHT 4mal so viel Energie nötig wie von 40 auf 41 km/h, sondern nur ca. doppelt so viel.

    Hier zur Verdeutlichung mal die berechneten Beschleunigungskurven des Polo WRC mit den Motor-Papierdaten:

    Beschleun_PoloWRC.PNG

    Solange das Drehmoment (und daher auch die Zugkraft am Reifen) konstant ist, steigt die blaue Leistungskurve (oben) an, aber die Beschleunigung (unten) bleibt in den unteren Gängen fast gleich. Zu höheren Gängen hin fällt aber die Beschleunigung auch bei konstanter Zugkraft immer weiter ab, weil eben der Luftwiderstand immer steiler ansteigt.

    Die höchste Beschleunigung im 1. Gang ist kaum höher als im 2.Gang, weil ein Frontkratzer mit normaler Bereifung auf normalem Straßenbelag nicht mehr als ~ 5,5 m/sec² hinbekommt.

    Der leicht wannenförmige Abfall der Beschleunigungskurve bei konstanter Motorleistung ab ~ 67 km/h ist auch im #1-Brabus-Diagramm angedeutet:

    Smart#1Brabus_0-100_2.png

    dann weiter durch (kleiner Widerstand) dann ist alles an PS da.

    Das wäre das "alte" Pedalgefühl, wo der letzte ~ cm des Pedalweges schwerer geht als der erste (große) Teil. Für sowas braucht man eine spezielle Pedalmechanik = geänderte Hardware.

    Der Kickdown per schnellem Durchtreten fühlt sich vom Kraftaufwand her völlig normal an. Diese Option schlummert z.B. in der Einspritzsoftware des Golf 6R und kann beim Chiptuning aktiviert werden, wenn man eine 2-Stufen-Leistung haben will - etwa Serienleistung beim gemäßigten Durchtreten bis zum Anschlag, und die Tuningstufe beim schnellen Durchtreten. Als reine Softwarelösung könnte sowas m.E. auch beim #1 leicht realisiert werden.